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Burma Exposé

In diesem Land scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Goldenes Burma – tropisch, gebirgig, fromm. Ein Vielvölkerstaat mit über 150 verschiedenen Ethnien und hunderttausenden Mönchen in abertausend Klöstern.

Ausländer sind hier erst seit kurzem willkommen. Seit mehr als 40 Jahren regieren die Generäle. Sie hielten Burma – das sie Myanmar nennen – bislang unter Verschluss und haben es zu einem der ärmsten Länder der Welt heruntergewirtschaftet.

Doch es sind auch Zeichen des Aufbruchs zu erkennen: Der Handel mit den Nachbarn China und Thailand floriert, in den Großstädten Mandalay und Yangon füllen sich die Regale mit Elektronikwaren. Trotz wirtschaftlicher Isolation, politischer Willkür und ärmlichster Verhältnisse haben sich die Menschen Burmas eine archaische Warmherzigkeit und Anmut bewahrt, die in den westlichen Industrienationen nicht mehr zu finden ist.

Auf dem Lande blickt man sogar zurück bis in die vorindus-trielle Geschichte: Ochsenkarren pflügen Reisfelder, nach Einbruch der Nacht wird fröhlich am offenen Feuer weitergearbeitet. Dann kann man vielleicht für sich erkennen: Es braucht nicht viel im Leben.

Dies und der Umgang der Menschen Burmas mit dem eigenen Leben, ihre Leidensfähigkeit, Neugier und Freude trotz widrigster Umstände – das beeindruckt und berührt mich tief. Und das hat mich auch zu meinem langfristigen Fotoprojekt BURMA – LOST AND FOUND inspiriert.

Alle Bilder des Exposés hier in der englischen Version.

 

Neues Exposé: Veddas – das letzte Urvolk Sri Lankas

Eine Bildauswahl finden Sie hier auf der englischen Sprachversion dieser Seite, alle Bilder dort haben eine deutsche Bildunterschrift.


Die Veddas – oder Wanniya-laeto (=Waldbewohner), wie sie sich selbst nennen – existieren als neolithische Gemeinschaft seit mindestens 16.000 v. Chr. Genetisch sind sie mit den Aborigines Australiens verwandt, was man noch deutlich in einigen Vedda-Gesichtern erkennen kann.

Viele Veddas haben sich im Verlauf der letzten Jahrzehnte mit den Singhalesen assimiliert, nur wenige hundert leben noch als Jäger und Sammler in dörflicher Gemeinschaft in Naturparks, ohne Strom und fließend Wasser und mit nur wenigen Zivilisationskontakten.

Vedda-Kinder können erst seit 1989 eine Schule besuchen, ältere Stammesmitglieder sind gänzlich ohne Schulbildung. Von Dingen außerhalb ihres Lebensraumes wissen sie nur wenig, Barak Obama, George W. Bush, 11. September 2001, Gandhi, Adolf Hitler – davon haben die meisten Älteren nie etwas gehört. Ich frage weiter. „Zweiter Weltkrieg?“, murmelt der 75jährige Kiri Bandiya, „Das muss zur Zeit der Engländer gewesen sein“. „Internet“, sagt der 48jährige Vijaiatho, „das gibt es in Mahiyangana“ und deutet mit wackelndem Zeigefinger in Richtung des mit 15 Kilometer nächstliegenden srilankischen Ortes.

Wie viele andere indigene Völker auch sind die Veddas anfällig für Verlockungen der Zivilisation, so existieren Fälle von Zuckerkrankheit und Alkoholismus. Ein Vedda holt im Schutz der Dunkelheit heimlich sein Mobiltelefon hervor, um darauf herumzuspielen. Es ist ihm peinlich, da es für ihn ein Bruch der Tradition bedeutet und er Schelte vom Stammeschef fürchtet. Nach ein paar Sekunden verschwindet sein Schatz wieder in den Falten seines Sarongs.

Einige hundert Veddas leben noch als authentisches Urvolk mit archaischen, fragilen Traditionen und mit noch minimalen zivilisatorischen Einflüssen.

Viele Veddas haben sich im Verlauf der letzten Jahrzehnte mit den Singhalesen assimiliert, nur wenige hundert leben noch als Jäger und Sammler in dörflicher Gemeinschaft in Naturparks, ohne Strom und fließend Wasser und mit nur wenigen Zivilisationskontakten.

Wie viele andere indigene Völker auch sind die Veddas anfällig für Verlockungen der Zivilisation, so existieren Fälle von Zuckerkrankheit und Alkoholismus. Ein Vedda holt im Schutz der Dunkelheit heimlich sein Mobiltelefon hervor, um darauf herumzuspielen. Es ist ihm peinlich, da es für ihn ein Bruch der Tradition bedeutet und er Schelte vom Stammeschef fürchtet. Nach ein paar Sekunden verschwindet sein Schatz wieder in den Falten seines Sarongs.

Mein persönlicher Eindruck von den Veddas ist: Einige hundert Veddas leben noch als authentisches Urvolk mit archaischen, fragilen Traditionen und mit noch minimalen zivilisatorischen Einflüssen. Dies hat mich während meines fünftägigen Besuchs im März 2010 sehr berührt und zu diesem Exposé inspiriert.

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